Willkommen auf meiner Internetseite.
Ich bin Pfarrer emeritus in Münster St. Joseph. 

 


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Juni 2016

Fußball ist unser Leben
 
Kaum eine Fernseh-Sendung in letzter Zeit hat soviel Zuschauer gehabt wie das EM-Spiel Deutschland gegen die Slowakei; fast die Hälfte aller Deutschen hat sich das Spiel angesehen. Es war auch wirklich ein tolles Spiel, nicht nur wegen des klaren Sieges der deutschen Mannschaft, in der es starke Persönlichkeiten gibt, nicht nur als Fußball-Spieler. Und was mir bei diesem Spiel besonders gefallen hat: Es gab, wenn ich recht gesehen habe, keine „gelbe Karte“, erst recht keinen Platzverweis und nur ganz wenige Fouls, und die waren ziemlich harmlos. Bei manchen anderen Spielen hat mich geärgert, wie brutal Fußball-Spieler gegen ihre Gegner vorgehen und dabei sogar Verletzungen des Gegners einkalkulieren. Wenn die Fouls zu viele werden, schalte ich das Fernsehen ab. Auch ärgert mich, wenn die Zuschauer bei jeder Aktion der gegnerischen Mannschaft gemeinsam laut pfeifen, was wohl ein Zeichen der Verachtung sein soll und obendrein den Gegner verwirren soll. Das ist unanständig und gemein.
 
Kürzlich habe ich gelesen, dass in Schottland in besonderem Maß auf Fairness beim Spiel geachtet wird, ausgerechnet in Schottland, wo die beiden berühmten Glasgow-Clubs nicht nur fußballerische, sondern auch konfessionelle Gegner sind, auch wenn das heute nicht mehr so ausgeprägt ist wie noch vor wenigen Jahren. Beim Pokalfinale zwischen Rangers und Celtic gab es in 120 Minuten keine Verletzungsunterbrechung. Auch ist es verpönt, Zeit zu schinden, indem ein Spieler sich so lange auf dem Rasen wälzt, bis ihm ein Freistoß zugestanden wird. Über aller Taktik steht das Gebot der Fairness. Freistöße werden akzeptiert und nicht blockiert, Schiedsrichterentscheidungen werden angenommen. Es wäre eigentlich wunderbar, wenn auch bei uns bereits die Jugendmannshaften die „Basistugenden“  lernen und beim Spiel verwirklichen würden. „Basistugenden“ zu beherzigen, statt mit strategischen Hintergedanken den Gegner zu attackieren: Das wär’s!
 
Apropos „Strategie“: Da hat jeder Trainer sein Konzept. Vor einiger Zeit wurde in der „Süddeutschen Zeitung das Taktik-Konzept von Herrn Guardiola von Bayern München vorgestellt. Ich zitiere wörtlich:
„Um gut zu spielen, muss man den Ball haben. Wenn du den Ball hast, hat der Gegner ihn nicht. Ein Gegner ohne Ball ist nicht so gefährlich wie ein Gegner mit Ball. Er könnte, wenn er den Ball hat,  den Ball in unser Tor schießen. Das wollen wir nicht, deswegen darf er den Ball nicht bekommen. Er will den Ball haben, aber das darf meine Mannschaft nicht zulassen. Wenn du den Ball nicht haben willst gegen eine schwer zu spielende Mannschaft, kann etwas passieren. Wenn etwas passiert, kommen die vors Tor. Wenn man dann den Ball nicht besitzt, kommt er vielleicht ins Tor. Du darfst den Ball aso nicht verlieren. Neulich in London hat der FC Arsenal auf unser Tor geschossen. Wir haben gesehen, dass er das ohne Ballbesitz nicht tun könnte. Deswegen müssen wir den Ballbesitz haben. Es ist eine Sache der Persönlichkeit, man muss den Ball haben wollen, wer den Ball hat, hat auch den Ballbesitz. Wer den Ball besitzt, lässt den Gegner nicht mit dem Ball spielen, meine Freunde. Wer nicht mit dem Ball spielt, weil wir den Ballbesitz haben, der kann den Ball nicht in unser Tor schießen, weil wir den Ball in sein Tor schießen. Ballbesitz zeigt unsere Liebe zum Spiel.“ Pep Guardiola
 
Welch eine tolle, fundamentale Taktik!!! Die SZ fragt zu Recht, ob es da nicht am besten wäre, wenn jede Mannschaft einen Ball hat, den sie zu 100 % besitzt.