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Ich bin Pfarrer emeritus in Münster St. Joseph. 

 


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Juli 2017


Ehe für alle!!

 

Das hat mich wirklich total überrascht, dass der Bundestag – und auch der Bundesrat – die „Ehe für alle“ beschlossen haben, „Hals über Kopf“. Lange ist darüber gesprochen worden, und das Gespräch und die vielen ungelösten Fragen bleiben nach wie vor ungeklärt, z.B. die Frage nach der Rechtslage. Aber wir haben ja Wahlkampf!

 

Dass allerdings „Christliche“ Politikerinnen und Politiker plötzlich für die „Ehe für alle“ stimmen, ist allerdings sehr befremdlich.

 

Nun muss deutlich gesagt werden, dass die unterschiedlichen Lebensformen der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau einerseits und die Partnerschaft zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen andererseits keineswegs diskriminierend ist, sondern ein ganz natürlicher Unterschied: Mann und Frau sind eben nicht dasselbe wie Mann und Mann oder Frau und Frau. Da nützt es auch nichts, dass der Ehebegriff plötzlich völlig entstellt ist. Die Ehe ist seit Jahrtausenden die endgültige Verbindung von Mann und Frau, und die Kirche nennt das ein Sakrament, also ein Zeichen der Liebe Gottes zu uns Menschen. Das bedeutet nicht, der Partnerschaft z.B. zwischen zwei Männern ihren Wert abzusprechen, aber es ist eben keine  Ehe. Da nützt es auch nicht, wenn man plötzlich den Begriff der Ehe völlig umdeutet.

 

Der Begriff „Jugendlicher“ ist eindeutig, den kann man nicht plötzlich auch auf Leute jenseits der 70 ausdehnen. Der Begriff „älterer Mensch“ kann auch nicht auf alle Lebensalter ausgedehnt werden, er ist eindeutig. Auch der Begriff „Ehe“ bzw. „Eheleute“, „Ehepaar“ ist eindeutig,

 

„Ehe für alle“: Gilt das auch für Leute, die schon mehrere Ehe-Partner/innen haben? Also Polygamie? Gilt das auch für Erwachsene, die mit Minderjährigen eine Beziehung eingehen wollen, die sie „Ehe“ nennen?  Darf jetzt auch ein Mann mit seinem Lieblingstier, z.B. seinem Hund“ eine „Ehe“ eingehen? Ich weiß, dass diese Fragen sehr provozierend sind. Die Fragen sollen deutlich machen, dass der Begriff „Ehe für alle“ äußerst fragwürdig ist.

 

Vielleicht wird das Bundesverfassungsgericht die offenen Fragen klären. Und vielleicht äußern sich auch unsere führenden Kirchenmänner mal unmissverständlich dazu; denn es geht hier um rechtliche und moralische Fragen.


                                                                            Ulrich Zurkuhlen